Wissenswertes über Umkraut

Die Welt der Kräuter birgt soviel Wissenswertes, sie sind besondere Begleiter durch unseren Alltag. Lies hier rein und hol’ dir deine Anwendungstricks in einem Kräuternachmittag mit Umkraut.

Die Zyklusapotheke

Früher nannte man sie Frauenkräuter: Schafgarbe, Frauenmantel, Hirtentäschel, Taubnessel… Schon auf der Wiese vor deiner Haustür findest du viele Pflanzen die dich in deinem Zyklus unterstützen. Vielleicht kennst du Schafgarbentee? Aber wusstest du, dass je nach Symptom eine andere Pflanze deine sein kann? Vor allem wenn du unter PMS leidest, könnte deine persönliche Kräutermischung den Unterschied machen. Oder du probierst mal etwas anderes aus, zum Beispiel Periodencremes für die äußere Anwendung.  Sie sind einfach zuhause selbst gemacht. Und wie du deine Menstruation wahrnimmst, kann auch stark mit deiner Einstellung und deiner Stimmung zu tun haben. Mit ätherischen Ölen, aus zum Beispiel Rosmarin oder Duftgeranie und sanften Räuchermischungen mit, bespielsweise Wacholder, kannst du das ganze Raumklima verändern. Eine Tasse Melissentee wirkt erhellend und aufmunternd und vielleicht sieht die Welt dann schon ganz anders aus.

Gewürzkräuter

Heimische Wildkräuter sind auch super in der Küche zum würzen. Außerdem entfalten sie ungewohnte, fantastische Aromen und sind obendrein ein Hingucker. Neben den bekannten wie Kümmel, Dost und Quendel kann man auch mal mit Girsch, Löwenzahn oder Spitzwegerichknospen experimentieren - letztere schmecken fein nach Champignons! Von der Kräuterbutter, in der besonders Blüten zum Beispiel von der Schafgarbe, der Wegwarte oder dem Gänseblümchen, gut zur Geltung kommen, bis zur Grillmarinade mit eher herberen Kräutern wie dem Beifuß, der Gundelrebe oder der Brennnessel, kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Und sogar für Desserts findest du auf der Wiese und im Garten, was unsere Zungen verzaubert, zum Beispiel Lavendel-, Rosen- und Taubnesselblüten oder Minzblättchen, dann essen die Augen auch mit.

Oh und jetzt hätt ich fast den Bärlauch vergessen :) Bärlauchpesto im Frühling ist fast ein Muss.

Das Geld wächst auf der Wiese

Kann man mit Wildpflanzen wirklich sparen? Ja. Vielleicht machen die Wurzeln der wilden Verwandten unserer Gemüsepflanzen nicht satt… Wir sind ja unsere dicken Karotten gewöhnt und wir wollen doch nicht alle ausgraben, für die Tiere und den Artbestand muss auch etwas bleiben. Aber wer viel Salat oder Tee kauft, findet auf der Wiese gratis Alternativen. Ein ganz bunter Salat aus ein paar Blättern Gundelrebe, Giersch, Spitzwegerich, Günsel, Vogelmiere, Vogelknöterich, Melde, Löwenzahn mit Veilchen- und Malvenblüten, Brennnesselsamen und Hirtentäschelkapseln macht schon was her. Oder ein reiner Melde oder Löwenzahnsalat, vielleicht mit Erdäpfel? Mhhm. Sogar teure Gewürze lassen sich durch heimsche Alternativen ersetzen, vorausgesetzt man ist offen für Neues. Vor allem teures Superfood, das meist noch weite Transportwege hinter sich hat, wächst in ihrer heimischen Version einfach vor unserer Nase, nämlich zum Beispiel die wertvollen Brennnesselsamen. Damit tut man dem Körper und der Umwelt etwas Gutes.

Kleine Hausapotheke - Umkraut für viele Fälle

Die Oma hat doch immer diesen Tee gemacht, wenn du krank warst! Und gibts da nicht ein Kraut gegen Gelsenstiche? Schafgarbentee bei Bauchweh und Frauenmantel bei Menstruationsbeschwerden, Spitzwegerich gegen Husten und Verbrennungen, Johanniskraut bei depressiver Verstimmung. Die Liste ist lang und das sind nur die gängigsten. Natürlich wollen wir keinen Arzt ersetzen, aber gegen die kleinen Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen. Kannst du schlecht einschlafen, versuch es doch einmal mit Hopfentee und gegen Prüfungsangst könnte dir der stärkende Baldrian helfen. Wir sind es gewöhnt, das Medikamente schnell wirken, den Pflanzen muss man vielleicht ewas mehr Zeit geben, dafür haben wir bestimmt keine Nebenwirkungen.

Schätze der Natur - Geschenke selberbasteln

Der nächste Geburtstag steht immer vor der Tür oder man braucht dringend noch ein Gastgeschenk. Schätze aus der Natur und dem Kräutergarten sehen wunderschön aus, sind selbstgemacht UND tun gut. Perfekt! Der Klassika ein selbstgemachtes Kräutersalz, ein Kräuteressig, ein Blütenzucker, selbst gemachte Pralinen mit Blüten bestreut, Suppenwürze im Glas oder vielleicht ein selbst getrockneter Tee? Möglicherweise bist du auch künstlerisch begabt, dann wäre ein tolles Pflanzenfoto oder eine Zeichnung aus dem Kräutergarten ein echter Hingucker! Es lassen sich auch wunderbare Kollagen aus getrockneten und gepressten Pflanzen herstellen. Man könnte Kränze als Tischdecko oder Türschmuck binden. Oder ganz einfach ein kleines Duftsträußchen pflücken, das sich getrocknet wunderbar im Kleiderschrank macht.

Das sind nur meine Ideen, hol' dir Inspiration und komm zu einem Kräuternachtmittag mit Umkraut.

Tee - wir kaufen keinen Tee mehr

Was wenn ich dir sage, Umkraut eignet sich auch als wirklich gschmackigen, frischen Gutenmorgentee oder beruhigenden Abendtee? Oder warum nicht gleich deine eigene Hausteesorte mischen - ganz einfach von der Wiese hinterm Haus? Spannend ist es auch, sich mal gezielt mit einer Pflanze auseinanderzusetzten. Wie schmeckt das, welchen Abgang, welche Herznote ;) Selbstgesammelter Tee ist einfach etwas Besonderes, vor allem wenn man mitten im Winter durch den Duft wieder zurück in den Sommer versetzt wird. Bei Hollunderblütentee geht es mir immer so. Und das Tolle ist, die eigene Mischung kann man immer nachbessern, der heutige Besuch mag nichts Bitteres? Dann geben wir keine Schafgabe dazu, die eine Freundin ist schwanger? Dann lass’ ma mal besser die Brennnessel und den Frauenmantel weg. Die Kinder mögen keine Minze… Das ist auch ein Grund, warum ich die Pflanzen getrennt in Gläsern aufbewahre und immer frisch mische. Außerdem hat man dann bei Krankheiten die einzelnen Kräuter und kann sich zum Beispiel bei Blasenproblemen einen gelben Tee mischen (Goldnessel, Goldrute, echtes Labkraut) oder bei Menstruationskrämpfen das Hirtentäschel, die Schafgarbe und den Frauenmantel raussuchen.

Kinder und Umkraut

Die Welt gehört den Kindern, aber kenne sie sie auch? Ich bin der Meinung um etwas zu kennen, muss man es erleben, begreifen und benennen dürfen. Es ist ja auch zum eigenen Vorteil, wenn die Kleinen die Brennnessel schon erkennen, bevor sie sie berührt haben. Oder zu meinem Vorteil, wenn die Kinder die Petersilie finden und bringen können oder zu meinem Nachteil, wenn die Erbsen reif sind. In ihrer Unternehmungslust sollten wir uns von den Kleinen anstecken lassen, sie sehen die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Wie sehen die Pflanzen aus, wenn man sich mit ihnen auf Augenhöhe befindet? Greifen wir doch mal zu einer Lupe und wundern uns über die filigranen Feinheiten.

Kräuter 1 x1

Also die Malreihen, die können wir doch alle! Naja, konnten zumindest, aber wer kann aus dem Stehgreif 7x7 Kräuter aufzählen und dazu bitte noch ein Anwendungsbeispiel. Du nicht? Dann wirds aber höchste Zeit ;) Jetzt könnte ich mit Gehirnjogging argumentieren oder mit deinem Geldbörserl. Etwas Neues zu lernen macht Spaß und das Coolste ist, das ist ansteckend. Stell dir vor, du siehst deine typische Spazierstrecke mit völlig anderen Augen, das lässt auch deine Begleiter nicht unberührt. Kräuterbegeisterte kennen das, eigentlich wollte man nur kurz eine Runde gehen und kraxelt man plötzlich mit Sandalen mitten am Hang herum, weil, ist das da oben nicht ein Odermenning?!